Anfang Februar machten sich die Klassen 6a und 6b auf die Reise. Das Ziel: Oberelsbach. Ein kleiner, gemütlicher Ort, wie sich bei der Dorfrallye schnell zeigte. Die führte uns zu den wichtigsten Gebäuden, wie zum Beispiel dem Geburtshaus des Komponisten Valentin Rathgeber oder der Bayerischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservat Rhön.
Doch was ist eigentlich das „Rhöniversum“? So nennt sich ein Zusammenschluss von drei Schullandheimen. Wir hatten uns für die Umweltbildungsstätte Oberelsbach entschieden. Keine schlechte Entscheidung: bereits am ersten Tag waren die Kinder begeistert – nicht nur von den Zimmern mit tollem Ausblick, sondern vor allem vom vorzüglichem Essen. Zum Glück für manch einen Feinschmecker durfte man sich reichlich nachholen und es standen am Ende auch schon mal vier leer gegessene Nachtisch-Gläschen auf dem Tablett.
Für viele Kinder war es das erste Mal, dass sie mit ihrer Klasse über Nacht weg waren. Da braucht es schon ein bisschen Mut. Vielleicht sogar mehr, als bei unserem ersten Modul. Denn bei der Übung, bei der man sich gegenseitig mit verbundenen Augen herumführte, vertraute man seinem Partner doch recht schnell blind. Mehr im Fokus stand auch die Teamfähigkeit, wenn es zum Beispiel darum ging, aus einer Schnur Formen zu bilden. Klingt leichter, als es ist. Vor allem beim Fröbelkran-Spiel zeigte sich, wie wichtig Geduld, Absprachen und Konzentration sind.
Nach diesen Herausforderungen in der großen Gruppe kam eine Abkühlung sehr gelegen. Bei Schlittenspaß und Schneeballschlacht (Teil I) konnten sich alle noch einmal richtig austoben, bevor die hungrigen Mägen mit Milchreis und Abendbrot gefüllt wurden. Der Abend verging schnell mit Wahrheit oder Pflicht, Kartenspielen sowie Kicker und Tischtennis. Da war für jeden etwas dabei und die Laune war top! Die hielt auch noch etwas an. Leises Kichern begleitete die Nachtruhe, noch eine letzte elektrische Zahnbürste, dann erholsame Stille.
Hände waschen, Schürze anziehen, Zutaten bereit legen… Am Dienstagvormittag durften wir backen. Aus Mehl, Wasser und Hefe setzte sich der Teig zusammen, aus dem nach kräftigem Kneten (oder der kreativen Knet-Schlag-Technik einer Schülergruppe) eine Brezel geformt werden konnte. Richtig: Konnte, nicht musste. Die Ergebnisse fielen sehr unterschiedlich aus, von einer Croissant-Form bis hin zu geflochtenen Meisterformen. Nachdem sie in Lauge gehalten und nach eigenem Geschmack mit Salz oder Pfeffer bestreut waren, wurden sie in einem Holzofen gebacken. Damit die Brezeln nicht so trocken gegessen werden müssen, wurde im Anschluss noch Butter selber hergestellt.
Das machte immer nur eine Klasse, die andere bildete sich zeitgleich noch ein wenig. Im „Haus der langen Rhön“ gab es einige interessante Infos, anschaulich für Kinder aufbereitet, aus denen wir ein Quiz erstellten. Fragen waren zum Beispiel:
Da stellt sich mir doch gleich noch eine Frage: Wüsstest du die Antworten?
Als lehrreicher und spannender Abschluss wurde eine Dokumentation über Tiere in der Rhön gezeigt.
Vielseitig ging es nachmittags weiter. Im Bayern LAB erwartete uns ein witziger und gleichzeitig hintergründiger Einblick in die Möglichkeiten der Technik. Ein Schüler als alter Mann oder Kahlkopf? Eine Schülerin als bekannte Schauspielerin? Das alles ist möglich und sorgte für Lacher. Gleichzeitig aber die Warnung: allzu schnell glaubt man, was man sieht und Fake News sind immer schwerer von echten Nachrichten zu unterscheiden. Also: Kritisch bleiben!
Sehr spielerisch ging es im zweiten Teil zu: Wir durften VR-Brillen ausprobieren, selbst Programmieren, in einem KI-gestützten Spiel unsere Malfähigkeiten unter Beweis stellen und mit Kinetik-Sand Kunst, Landschaften oder sogar einen ausbrechenden Vulkan formen. Der Besuch lohnte sich und der Nachmittag war wie im Flug vorbei.
Die Abendgestaltung richtete sich voll nach den Wünschen und Bedürfnissen der Schüler. Und eines war eindeutig. Fast alle waren ganz heiß auf Schneespaß – Teil II. Das bot sich schon deshalb an, da es während des Nachmittags ganz schön üppig geschneit hatte. Diesmal ging es für die Lehrer nicht gut aus: Sie wurden Opfer eines heftigen Schneeball-Angriffs – und die Schüler waren eindeutig in der Überzahl!
Zum Aufwärmen war die Wahl zwischen schweißtreibenden Kicker- und Tischtennis-Matches, Spielen oder Entspannung im Chill-Room. Zum Abschluss wurde ein Kinoabend mit Verzehr von Brezeln und Butter organisiert. Alle waren müder als am Montag, die Nacht war ruhiger, nur aus einem Zimmer kamen noch lange die leisen Geräusche eines Würfels auf dem Mensch-Ärgere-dich-nicht-Spielfeld.
Am letzten Tag setzten sich die Kinder schließlich noch mit Werten auseinander, die sie aus Karten auswählen durften. Das Projekt zielte darauf ab, in Gruppen eine Stadt zu diesem Wert zu planen. Sie wurde nicht nur gemalt, sondern es sollte auch Regeln und Gesetzte, Besonderheiten und ein Motto für die Stadt geben. Die entstandenen Ergebnisse waren eine gute Grundlage, um in der Schule daran weiter zu arbeiten.
Der dreitägige Aufenthalt endete schließlich mit einer kurzen Abschlussbewertung. Die fiel zwar insgesamt sehr gut aus, gleichzeitig freuten sich aber viele auch auf ein Wiedersehen der Eltern, Geschwister oder Haustiere – oder einfach nur auf das eigene Bett.