Nach dem Figurentheater “Peterchens Mondfahrt” stieg die Vorfreude für die Schüler der 6a, den Puppenspieler Thomas Glasmeyer wieder zu sehen. Denn am 28. Januar 2026 besuchte er die Klasse für einen Workshop.
Denn von wem lernt man besser, als von einem Profi, der bereits vor mehr als 30 Jahren damit anfing, seine eigenen Puppen zu bauen. Seine erste hatte er sogar mit im Gepäck und die Schüler fanden sofort Gefallen an ihr, begrüßten sie und ließen sie durch den Raum laufen.
Eine solche Wankelfigur konnten die Schüler allerdings nicht herstellen, dafür war die Zeit zu knapp. Ziel für den Tag war eine Knollnasen-Stabpuppe. Thomas Glasmeyer zeigte den Unterschied zu einer Stockhandpuppe, bei der die eine Hand des Puppenspielers praktisch die Hand der Figur spielt – somit verschmelzen Puppe und Puppenspieler regelrecht miteinander.
Bei der bei der im Workshop gebauten Stabpuppe hingegen werden die gebastelten Hände durch Schnüre befestigt und können mit Holzstäben geführt werden.
Jetzt aber zum praktischen Teil: In kleinen Einzelschritten wurde den Kindern genau erklärt, wie sie Stück für Stück zu einer funktionierenden und einzigartigen Puppe kommen. Tatsächlich gleicht (fast) keine der anderen. Die unterschiedlichsten Charaktere entstanden im Laufe der Zeit, was sicherlich auch daran liegt, dass die Kinder ihre Vorstellungen frei entfalten durften. Thomas Glaymeyer zeigte dabei, dass er nicht nur Puppenspieler-Profi ist, sondern auch ein perfekter Workshop-Leiter: mit Ruhe, Geduld und Klarheit begleitete er die Kinder in ihrem Schaffensprozess und gab ihnen Raum, ihre kreativen Einfälle umzusetzen.
Neben dem Spaß am Puppenbau war auch das Interesse am Beruf des Puppenspielers sehr groß. Die Schüler löcherten Thomas regelrecht mit Fragen und eine Bitte brachte auch den Meister des Puppenspiels kurz ins Zögern: “Kannst du auch den bayerischen Akzent mit französischem Dialekt sprechen?” Gar nicht so leicht – probier’s doch selbst mal aus…
So ging der Tag schnell vorbei – viel zu schnell, denn zum Spiel mit den entstandenen Puppen kamen die Schüler nicht mehr. Das ist aber nicht schlimm. Die Puppen gehören ja ihnen und Herr Reiß hat fest eingeplant, diese noch häufiger einzusetzen. Vielleicht kommen ja interessante Szenen dabei heraus. Die Lust am Spielen ist jedenfalls bei vielen vorhanden.
Thomas Glasmeyer wäre sicher erfreut, zu einem späteren Zeitpunkt zu sehen, was nach seinem Workshop-Tag noch alles entstanden sein wird. Am Ende dieses Tages aber freute er sich erst einmal, dass die Kinder so lange und motiviert mitgemacht hatten und damit einen Einblick bekommen konnten, wie viel Arbeit in einer solchen Puppe steckt – und dadurch auch Rückschlüsse ziehen können, wie viel Aufwand eine große Holzfigur mit sich bringt.